ist mir das Wichtigste und genau das möchte ich auch an all meine Kunden und an euch weitergeben. Bewegung soll Freude bereiten und wir sollen uns nicht dazu gezwungen fühlen.
Witzigerweise ist mir das erst in den letzten Jahren so richtig bewusst geworden bzw. habe ich diesem Gefühl mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Obwohl ich früher immer gedacht habe, dass Fußball das Einzige ist was mir Freude bereitet, komme ich jetzt umso mehr drauf, dass es die Abwechslung vieler verschiedener Sportarten ist, die mich glücklich macht. Versteht mich nicht falsch, Fußball war von klein auf meine Leidenschaft und meine Eltern können bestätigen, dass ich geheult habe, wenn mal ein Spiel aufgrund von Schlechtwetter abgesagt wurde ^^. Aber ab dem Zeitpunkt wo es für mich zum Leistungssport wurde (NÖ Landesliga), hatte ich durch den Druck und die Erwartungen von außen, den Spaß an der Sache verloren – ich habe mich „gezwungen“ gefühlt Fußball zu spielen. Aufgrund des hohen Zeitaufwandes hatte ich natürlich auch weniger Zeit für andere Dinge die ich gerne gemacht hätte. Schlussendlich ist meine Leistung gesunken und ich habe aufgehört Fußball als etwas zu sehen das mir Freude bereitet. Ich habe zwar noch eine Zeit weitergespielt aber mit weit weniger Ehrgeiz und Einsatz als zuvor - und das ist schade.
Nun habe ich aber über die Jahre akzeptiert, dass ich halt ein Lust und Laune Mensch bin. Ein paar Monate gefällt mir Gewichtheben, dann wieder Bouldern, im Sommer eher Beachvolleyball, im Winter geh ich gern laufen und seit vorigem Jahr hab ich gefallen am Kitesurfen und Tauchen gefunden. Wichtig ist mir eben die Abwechslung, obwohl eine Konstante bleibt - ich bewege mich, bleibe dadurch fit und hab auch noch Spaß dabei! Ich denke, dass es einigen von euch auch so geht und ihr euch vielleicht auch irgendwie „gezwungen“ fühlt zb ins Fitness Studio zu gehen. Dabei gibt es so viele andere Möglichkeiten sich zu bewegen und fit zu bleiben. Ihr müsst nur anfangen neue Dinge auszuprobieren 😉! Meldet euch mal für einen Krav Maga Kurs an (Selbstverteidigung), geht zum Quidditch Training in den Prater (Harry Potter Fans kennen diese Sportart), geht mit Freunden in den Park Frisbee spielen oder besucht mit eurem Partner/eurer Partnerin einen Tanzkurs - Hauptsache ihr bewegt euch.
Natürlich ist es meiner Meinung nach wichtig, dass ich die ein oder andere Dehn- und Kräftigungsübung mache (Zuhause oder im Fitnessstudio) um diversen Haltungsschäden vorzubeugen, aber es muss nicht immer alles mitgezählt oder abgestoppt werden - es nennt sich Breiten- bzw. Freizeitsport und nicht Leistungssport. Es ist total ok wenn du ohne Pulsuhr laufen gehst oder nicht jede Wiederholung im Fitness Studio aufschreibst!
Beim Training mit meinen Kunden versuche ich deshalb auch immer Abwechslung in die Stunden zu bringen. Spielerische Balance-, Koordinations- und Reaktionsübungen machen nämlich auch Erwachsenen Spaß. So kann aus einer anstrengenden Übung wie zb Side steps zwischen zwei Hütchen, eine ganz spaßige Übung werden. Einfach einen Tennisball in verschiedenen Höhen zu den Hütchen werfen und der Trainierende muss versuchen den Ball zu fangen und zurückzuwerfen – so fällt es auch gar nicht auf, dass ich 30 sek lang einfach nur 5m links-rechts laufe ^^ und ich trainiere noch dazu die Augen-Hand Koordination!
Sollte ich jedoch bemerken, dass einer meiner Kunden überhaupt keine Lust mehr aufs Training hat (was schon 2 mal vorgekommen ist), dann empfehle ich ihm mal für einige Zeit komplett was anderes auszuprobieren.
Denn was passiert, wenn wir etwas machen das wir eigentlich gar nicht machen wollen bzw. es uns keine Freude bereitet und es für uns ein zusätzlicher Stressfaktor ist… richtig… es geht uns recht schnell am Arsch und wir hören damit auf. Dies kann vor allem in jungen Jahren (Schulzeit) dazu führen, dass man eine komplette Abneigung gegenüber Sport entwickelt.
Ich konnte das über die letzten Monate bei den Wiener Linien beobachten. Es gab einen Burschen, der Sport als etwas Negatives gesehen hat und immer gemurmelt hat „mah nicht schon wieder Sport, ich hasse Sport!“. Dabei sollte Sport als etwas Positives gesehen werden, worauf ich mich freue. Etwas das mir Energie in mein System zurück gibt und ich mich dadurch besser fühle. Ihr könnt euch also vorstellen, dass es zu Beginn schwierig war ihm Freude am Sport zu vermitteln. Doch nach einiger Zeit und einigen verschiedenen Dingen, die wir bei den gemeinsamen Sporteinheiten probiert haben, war auch eine Sportart dabei bei der er richtig Gas gegeben hat 😃. Ich hab ihn dann angesprochen und gesagt, dass ich es echt cool finde dass er sich so reinhängt und gefragt was ihm an Frisbee so gefällt?! Er hat mir erzählt, dass sie früher in der Schule meistens nur Fußball gespielt haben aber er das nie richtig gelernt hat und somit beim Spielen immer links liegen gelassen wurde. Frisbee hingegen konnte er durch die Wurfübungen gut und schnell lernen - er fühlt sich nicht mehr ausgeschlossen. Also nicht nur, dass er sich jetzt körperlich betätigt, er kommt auch noch gut gelaunt zur Stunde 😊 ein doppelter Erfolg, denn…
Sport soll ja sowohl unser körperliches als auch unser geistiges Wohlbefinden steigern! Beim Sporteln schüttet unser Körper Glückshormone aus, wir bauen Stress ab und wir können wieder klar denken. Zusätzlich hilft uns Sport dabei soziale Kompetenzen zu erlangen und es stärkt auch die Beziehung zu Freunden/Familie wenn man gemeinsam sportelt - was uns auf Dauer wiederum glücklicher macht! Wenn aber Sport als etwas Negatives gesehen wird, kann es sogar Stress begünstigen – und das soll es nun wirklich nicht sein. Deswegen muss man etwas finden, was einem Freude bereitet… dann macht man es regelmäßig und über einen langen Zeitraum… und sollte es nach einem Jahr oder so keinen Spaß mehr machen, na dann macht man halt was anderes, es gibt ja zum Glück zig verschiedenen Sportarten 😉!
Also… nehmt es etwas lockerer und viiiiel Spaß beim Sporteln 🙌